In ChatGPT werben: ChatGPT Ads Kampagnen erklärt (2026)
ChatGPT Ads ermöglichen Unternehmen, direkt innerhalb von ChatGPT bezahlte Anzeigen zu schalten und Nutzer passend zum Kontext ihrer Unterhaltung zu erreichen. In diesem Guide erfährst du, wie ChatGPT Ads Kampagnen funktionieren, was sie kosten und wie du sie sinnvoll für dein Marketing einsetzen kannst.
In ChatGPT werben: So funktionieren ChatGPT Ads Kampagnen
Wer bei Google nach einem Produkt sucht, hat häufig bereits eine relativ konkrete Vorstellung davon, was er braucht. In ChatGPT passiert die Recherche oft einen Schritt früher: Nutzer beschreiben ihr Problem, vergleichen verschiedene Möglichkeiten, stellen Rückfragen und kommen innerhalb eines Gesprächs immer näher an eine Entscheidung.
Genau in diesen Momenten können inzwischen Werbeanzeigen erscheinen.
Mit ChatGPT Ads bietet OpenAI Unternehmen die Möglichkeit, innerhalb von ChatGPT bezahlte Anzeigen zu schalten. Seit August 2026 werden die Anzeigen auch in Deutschland ausgespielt und seit Ende August wird der ChatGPT Ads Manager für Werbetreibende in Europa geöffnet. Damit können Unternehmen ihre ChatGPT Ads Kampagnen selbst erstellen, verwalten und auswerten.
Wir haben inzwischen selbst Zugriff auf den Ads Manager und schauen uns in diesem Artikel deshalb genauer an, wie Werbung in ChatGPT funktioniert, wie sich eine Kampagne aufbauen lässt, welche Kosten entstehen und worin der große Unterschied zu Google Ads liegt.
Kann man in Deutschland bereits in ChatGPT werben?
Ja. Unternehmen können inzwischen auch in Deutschland Werbung in ChatGPT schalten.
OpenAI startete ChatGPT Ads zunächst in ausgewählten Märkten und erweiterte die Anzeigen am 24. August 2026 auf 31 europäische Länder, darunter Deutschland. Wenige Tage später kündigte OpenAI am 31. August zusätzlich den Self-Service-Zugang zum Ads Manager in Europa an.
Das ist eine wichtige Veränderung. Zum Start in Europa konnten Unternehmen Kampagnen hauptsächlich über das OpenAI Ads Solutions Team sowie ausgewählte Agentur- und Technologiepartner buchen. Durch den Ads Manager wird die Plattform nun auch für kleinere und mittelständische Unternehmen deutlich zugänglicher.
OpenAI beschreibt im Ads Manager einen klassischen Kampagnenprozess: Unternehmen können dort unter anderem Budgets und Gebote festlegen, Anzeigen hochladen, Kampagnen starten und anschließend deren Performance analysieren.

Da sich der Rollout aktuell sehr schnell entwickelt, kann es allerdings vorkommen, dass einzelne Help-Center-Seiten oder Accounts einen unterschiedlichen Stand anzeigen.
Was sind ChatGPT Ads?
ChatGPT Ads sind bezahlte Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT.

Sie können unterhalb einer Antwort von ChatGPT erscheinen und sind klar als Werbung beziehungsweise gesponserter Inhalt gekennzeichnet. Die eigentliche Antwort von ChatGPT und die Werbeanzeige bleiben dabei voneinander getrennt.
Eine klassische Anzeige kann beispielsweise enthalten:
- den Namen des Unternehmens,
- das Logo beziehungsweise Favicon,
- eine Überschrift,
- einen Beschreibungstext,
- ein Bild,
- sowie einen Link zur entsprechenden Landingpage.
Der entscheidende Unterschied zu vielen klassischen Werbeplattformen liegt aber weniger im Anzeigenformat als in der Situation, in der die Werbung erscheint.
Ein Nutzer könnte beispielsweise mit ChatGPT darüber sprechen:
Ich suche einen ergonomischen Bürostuhl für mein Homeoffice. Ich bin 1,90 Meter groß, sitze ungefähr acht Stunden am Tag und möchte maximal 600 Euro ausgeben.
Für einen Werbetreibenden steckt in diesem Gespräch wesentlich mehr Kontext als beispielsweise in der Google-Suchanfrage:
Bürostuhl kaufen
ChatGPT kennt in diesem Moment unter anderem das Problem, das Budget, den Anwendungsfall und verschiedene Anforderungen des Nutzers.
Genau diese zusätzlichen Kontextinformationen machen ChatGPT Ads aus Marketingsicht interessant.
Wer sieht Werbung in ChatGPT?
Nicht jeder ChatGPT-Nutzer bekommt Werbung angezeigt.
Aktuell können Anzeigen insbesondere bei Nutzern der Free- und Go-Tarife erscheinen. Nutzer mit Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu erhalten derzeit keine Werbung. Auch Konten von Personen unter 18 Jahren sind von der Anzeigenausspielung ausgeschlossen.
Das sollte bei der Bewertung von ChatGPT Ads unbedingt berücksichtigt werden.
Die Plattform erreicht zwar laut OpenAI inzwischen mehr als eine Milliarde wöchentlich aktive Nutzer, aber nicht jeder davon stellt gleichzeitig erreichbares Werbeinventar dar.
Gerade für bestimmte B2B-Zielgruppen könnte das relevant sein, wenn dort überproportional viele Menschen kostenpflichtige Business-, Plus- oder Pro-Tarife verwenden.
Wo erscheinen Anzeigen in ChatGPT?
Werbeanzeigen werden derzeit unterhalb einer ChatGPT-Antwort ausgespielt und optisch von der eigentlichen Antwort getrennt.
Damit sollen Nutzer jederzeit erkennen können, welcher Inhalt von ChatGPT stammt und welcher Inhalt bezahlt wurde.
OpenAI betont dabei einen wichtigen Grundsatz:
Werbung beeinflusst die Antworten von ChatGPT nicht.
Ein Unternehmen kann sich also nicht dafür bezahlen, innerhalb einer normalen ChatGPT-Antwort häufiger empfohlen zu werden. Ads sind bezahlte Platzierungen außerhalb der eigentlichen Antwort.
Das führt auch zu einem wichtigen Unterschied zwischen ChatGPT Ads und organischer Sichtbarkeit in KI-Systemen, auf den wir später noch genauer eingehen.
Wie funktionieren ChatGPT Ads?
Auf den ersten Blick erinnert der Aufbau durchaus an andere Performance-Marketing-Plattformen:
Kampagne → Anzeigengruppe → Anzeige

Die Logik hinter der Ausspielung unterscheidet sich allerdings deutlich von klassischen Keyword-Systemen.
OpenAI berücksichtigt beim Matching verschiedene Signale. Dazu gehören unter anderem:
- Kontext und Absicht des aktuellen Gesprächs,
- die Landingpage,
- Überschrift und Text der Anzeige,
- vom Werbetreibenden hinterlegte Kontexthinweise,
- Targeting-Einstellungen,
- sowie (sofern erlaubt und aktiviert) bestimmte weitere Personalisierungssignale.
Das bedeutet:
Bei ChatGPT Ads kaufst du nicht einfach ein Keyword wie „Bürostuhl kaufen“.
Stattdessen versucht das System zu verstehen, in welchen Situationen dein Angebot für einen Nutzer relevant sein könnte.
Was sind Context Hints beziehungsweise Kontexthinweise?

Eine der interessantesten Funktionen von ChatGPT Ads sind sogenannte Context Hints, die OpenAI auf Deutsch als Kontexthinweise bezeichnet.
Diese werden innerhalb einer Anzeigengruppe hinterlegt und beschreiben beispielsweise:
- welches Problem ein Produkt löst,
- für wen das Angebot geeignet ist,
- in welcher Situation es relevant ist,
- welche Bedürfnisse ein Nutzer haben könnte.
OpenAI nennt selbst als Beispiel den Unterschied zwischen:
Zu allgemein:
„Laufschuhe“
und einem wesentlich konkreteren Kontexthinweis wie:
Besser:
„Gedämpfte Laufschuhe für den Alltag und für Einsteiger, die für ihren ersten 5-km-Lauf trainieren.“
Der entscheidende Punkt:
Context Hints sind keine Exact-Match-Keywords.
Ein Nutzer muss diese Formulierung nicht exakt eingeben.
Die Hinweise geben dem System vielmehr zusätzlichen Kontext darüber, wann ein Produkt oder eine Dienstleistung hilfreich sein könnte. Sie garantieren allerdings nicht, dass eine Anzeige bei einer bestimmten Formulierung oder Unterhaltung erscheint.
Genau hier dürfte in Zukunft ein großer Teil der Optimierung von ChatGPT Ads stattfinden.
Bei Google Ads beschäftigt man sich mit Keyword-Listen, Match Types und Suchbegriffen.
Bei ChatGPT Ads könnte die entscheidende Frage zunehmend lauten:
Welche Probleme, Situationen und Entscheidungsprozesse führen eigentlich zu meinem Produkt?
Wie erstellt man eine ChatGPT Ads Kampagne?
Im Ads Manager wird eine Kampagne über mehrere Ebenen aufgebaut.
Eine Kampagne enthält unter anderem:
- Kampagnenname,
- Kampagnenziel,
- Budget,
- Start- und Enddatum,
- Zielländer,
- optional Zielplattformen,
- sowie optional benutzerdefinierte Zielgruppen.
Bei Conversion-Kampagnen wird zusätzlich das gewünschte Conversion-Ereignis ausgewählt.
1. Kampagnenziel festlegen

Bevor eine Anzeige erstellt wird, sollte zunächst klar sein, was überhaupt erreicht werden soll.
Aktuell stehen bei der Kampagnenerstellung drei unterschiedliche Kampagnenziele zur Auswahl:
| ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Reichweite: Wenn möglichst viele Menschen die Anzeige sehen sollen
Beim Kampagnenziel „Reichweite“ steht die Sichtbarkeit der Anzeige im Vordergrund. Die Kampagne wird darauf optimiert, möglichst viele Impressionen beziehungsweise Reichweite zu erzielen.
Abgerechnet wird hierbei nach CPM (Cost per Mille), also auf Basis von 1.000 Impressionen.
Dieses Ziel kann beispielsweise interessant sein, wenn ein neues Unternehmen, eine neue Marke oder ein neues Produkt zunächst bekannter gemacht werden soll und Website-Klicks oder direkte Conversions noch nicht das primäre Ziel sind.
Klicks: Wenn mehr Nutzer auf die Website gelangen sollen
Beim Ziel „Klicks“ wird die Kampagne darauf optimiert, Nutzer zum Klick auf die Anzeige zu bewegen und so beispielsweise mehr Besucher auf eine Website oder Landingpage zu bringen.
Hier kommt das klassische CPC-Modell (Cost per Click) zum Einsatz. Kosten entstehen also für gültige Klicks auf die Anzeige.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn das Hauptziel darin besteht, mehr qualifizierten Traffic auf eine Landingpage, einen Blogartikel, einen Onlineshop oder eine Produktseite zu bringen.
Conversions: Wenn Anfragen, Käufe oder andere Aktionen im Mittelpunkt stehen
Interessant wird es beim Kampagnenziel „Conversions“. Hier kommt das sogenannte oCPC-Modell (conversion-optimized Cost per Click) zum Einsatz.
Die Kampagne wird nicht einfach nur auf möglichst viele Klicks optimiert. Stattdessen soll das System Klicks beziehungsweise Nutzer priorisieren, bei denen eine Conversion wahrscheinlicher ist.
Eine Conversion kann je nach Unternehmen beispielsweise sein:
- eine abgeschickte Kontaktanfrage
- eine Registrierung
- ein Kauf im Onlineshop
- eine Terminbuchung
- eine andere zuvor definierte Aktion auf der Website
Bei der Einrichtung wird dafür ein conversion-optimiertes Gebotslimit festgelegt. Damit gibt der Werbetreibende an, wie viel er maximal für eine Conversion bieten möchte.
OpenAI verwendet anschließend die prognostizierte Conversion-Rate, um daraus ein entsprechendes Gebot pro Klick für die Anzeigenauktion zu berechnen.
Ein stark vereinfachtes Beispiel:
Angenommen, das conversion-optimierte Gebotslimit beträgt 200 € und das System prognostiziert für einen bestimmten Klick eine Conversion-Wahrscheinlichkeit von 5 %. Vereinfacht betrachtet könnte daraus ein Klickgebot von bis zu 10 € entstehen.
Wichtig: Die 200 € bedeuten dabei nicht, dass erst 200 € berechnet werden, sobald tatsächlich eine Conversion stattfindet.
Die Abrechnung erfolgt bei oCPC weiterhin pro gültigem Klick und nicht pro tatsächlicher Conversion.
Das bedeutet gleichzeitig: Eine Conversion ist nicht garantiert. Es können mehrere kostenpflichtige Klicks entstehen, ohne dass daraus eine Anfrage oder ein Kauf resultiert. Das Conversion-Gebotslimit dient vielmehr dazu, die Gebotsstrategie auf das gewünschte Conversion-Ziel auszurichten.
Gerade für Unternehmen, bei denen eine einzelne Conversion einen hohen wirtschaftlichen Wert besitzt – beispielsweise eine qualifizierte Kundenanfrage – kann die Conversion-Optimierung deshalb interessant sein.
Welches Kampagnenziel ist das richtige?
Das hängt letztlich vom eigentlichen Marketingziel ab.
Wer beispielsweise eine neue Marke oder ein neues Produkt bekannt machen möchte, kann zunächst auf Reichweite optimieren. Wer möglichst viele Besucher auf eine bestimmte Landingpage bringen möchte, kann Klicks als Ziel wählen.
Wenn hingegen bereits klar definiert ist, welche konkrete Handlung ein Nutzer durchführen soll – etwa einen Kauf abschließen, einen Termin buchen oder eine Anfrage senden – kann die Optimierung auf Conversions sinnvoller sein.
Dabei sollte allerdings immer berücksichtigt werden, dass „Conversions“ eine Optimierungsstrategie und kein Abrechnungsmodell pro Conversion ist. Bezahlt wird auch hier weiterhin für die entstandenen Klicks.
2. Budget festlegen

Im Ads Manager kann derzeit zwischen einem:
Tagesbudget
und einem
Gesamtbudget
gewählt werden.
Bei einem Tagesbudget versteht OpenAI den gewählten Betrag als durchschnittliches Tagesbudget innerhalb eines Sieben-Tage-Zeitraums. Die tatsächlichen Ausgaben können deshalb an einzelnen Tagen höher oder niedriger liegen.
Gerade bei einer neuen Plattform würden wir zunächst eher mit einem kontrollierten Testbudget starten, statt direkt einen großen Teil des Performance-Marketing-Budgets zu verschieben.
Denn aktuell fehlen vielen Unternehmen schlicht noch Benchmarks.
Ein CPC von 2 Euro kann für ein Unternehmen hervorragend und für ein anderes völlig unwirtschaftlich sein.
Entscheidend ist am Ende nicht der Klickpreis, sondern:
Was kostet ein qualifizierter Lead oder Verkauf?
3. Anzeigengruppen strukturieren

Innerhalb einer Kampagne werden verschiedene Anzeigengruppen erstellt.
Dabei sollte jede Gruppe möglichst ein klar definiertes:
- Produkt,
- Kundenbedürfnis,
- Thema
- oder einen bestimmten Anwendungsfall
abbilden.
OpenAI empfiehlt ausdrücklich, deutlich unterschiedliche Produkte oder Bedürfnisse nicht innerhalb derselben Anzeigengruppe zu vermischen.
Nehmen wir als Beispiel einen Immobilienmakler.
Eine ungünstige Anzeigengruppe wäre:
„Immobilien“
Denn darunter könnten komplett unterschiedliche Absichten fallen:
- Haus verkaufen
- Wohnung kaufen
- Immobilienwert bestimmen
- Immobilie vermieten
- Kapitalanlage suchen
Sinnvoller wären mehrere klar getrennte Gruppen.
Zum Beispiel:
Anzeigengruppe 1: Immobilie verkaufen
Anzeigengruppe 2: Immobilienbewertung
Anzeigengruppe 3: Wohnung kaufen
Dadurch können sowohl Context Hints als auch Anzeigen und Landingpages deutlich präziser auf die jeweilige Situation abgestimmt werden.
4. Context Hints definieren
Jetzt wird es besonders interessant.
Für die Anzeigengruppe „Immobilienbewertung“ könnten mögliche Kontexthinweise beispielsweise lauten:
- Eigentümer, die überlegen, ihre Immobilie zu verkaufen und zunächst deren aktuellen Marktwert erfahren möchten
- Menschen, die wissen möchten, wie der Verkaufspreis eines Hauses berechnet wird
- Hauseigentümer, die verschiedene Möglichkeiten einer Immobilienbewertung vergleichen
- Eigentümer, die unsicher sind, ob sich ein Verkauf ihrer Immobilie aktuell lohnt
Das sind bewusst keine simplen Keywordlisten.
Wir versuchen stattdessen zu beschreiben, welche Situation hinter einer potenziellen Anfrage steckt.
Und genau darin liegt unserer Einschätzung nach einer der größten Unterschiede zu klassischem Search Advertising.
5. Anzeigen erstellen
Anschließend benötigt jede Anzeigengruppe passende Werbemittel.
OpenAI empfiehlt ausdrücklich, nicht nur eine einzige Anzeigenvariante zu hinterlegen. Stattdessen sollten unterschiedliche Titel und Texte verschiedene Nutzenargumente abdecken.
Für unser Immobilienbeispiel könnte eine Anzeige beispielsweise so aussehen:
Titel:
Was ist Ihre Immobilie aktuell wert?
Beschreibung:
Erhalten Sie eine professionelle Einschätzung des aktuellen Marktwerts Ihrer Immobilie und erfahren Sie, welcher Verkaufspreis realistisch sein könnte.
Landingpage:
Nicht die allgemeine Startseite des Maklers, sondern direkt:
/immobilienbewertung
Auch OpenAI empfiehlt, möglichst auf die relevanteste Zielseite statt pauschal auf eine Homepage zu verlinken.
6. Conversion Tracking einrichten

Wer ChatGPT Ads nicht nur für Reichweite nutzt, sollte möglichst früh ein sauberes Conversion Tracking einrichten.
OpenAI bietet dafür derzeit:
OpenAI Pixel
und
Conversions API
an.
Darüber können beispielsweise folgende Aktionen gemessen werden:
- Kauf,
- Lead,
- Registrierung,
- Formularabsendung.
Zusätzlich können klassische UTM-Parameter verwendet werden, sodass ChatGPT-Traffic beispielsweise auch in anderen Analyse-Systemen ausgewertet werden kann.
OpenAI selbst empfiehlt für eine möglichst robuste Messung die Kombination aus Pixel und Conversions API.
7. Kampagne starten und optimieren
Nach dem Start beginnt der eigentlich interessante Teil.
Aktuell stellt der Ads Manager unter anderem folgende Kennzahlen bereit:
- Impressionen
- Klicks
- Ausgaben
- CTR
- durchschnittlicher CPC
- durchschnittlicher CPM
- Conversions
Statt eine Kampagne einfach wochenlang laufen zu lassen, sollten Werbetreibende beobachten:
Welche Anzeigengruppen funktionieren?
Welche Botschaften erzielen Klicks?
Welche Klicks führen tatsächlich zu Conversions?
Welche Context Hints erzeugen relevante Reichweite?
Welche Landingpages funktionieren?
Gerade weil ChatGPT Ads noch eine junge Plattform sind, dürfte aktuell sehr viel über Testen und Lernen funktionieren.
Was kosten ChatGPT Ads?
Eine pauschale Antwort wie:
ChatGPT Werbung kostet 2,80 Euro pro Klick.
wäre unseriös.
Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem vom Wettbewerb, der Zielgruppe, dem Gebot, der Kampagnenart und der Relevanz ab.
OpenAI verwendet derzeit unter anderem eine relevanzgewichtete Zweitpreisauktion.
Bei CPC-Kampagnen legt der Werbetreibende ein maximales CPC-Gebot fest.
OpenAI empfiehlt zum Einstieg derzeit ein Höchstgebot von ungefähr:
3 bis 5 US-Dollar pro Klick.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Klick automatisch 3 bis 5 Dollar kostet.
Es handelt sich um eine Empfehlung für das maximale Einstiegsgebot.
Für Reichweitenkampagnen kann stattdessen auf CPM-Basis geboten werden.
CPM, CPC oder oCPC? Was ist sinnvoll?
Das hängt vom Ziel ab.
CPM eignet sich vor allem dann, wenn möglichst viele relevante Menschen die Marke oder das Angebot sehen sollen.
CPC eignet sich eher, wenn Websitebesuche beziehungsweise konkrete Interaktionen erzeugt werden sollen.
oCPC wird interessant, sobald ausreichend Conversion-Daten vorhanden sind und nicht nur möglichst viele Klicks, sondern möglichst wertvolle Klicks erzeugt werden sollen.
Gerade für Leadgenerierung und E-Commerce dürfte oCPC deshalb langfristig besonders interessant sein.
Welche Anzeigenformate gibt es bei ChatGPT Ads?
Das klassische Format besteht derzeit aus einer Kombination aus:
Unternehmen + Überschrift + Beschreibung + Bild + Landingpage.
Hier einmal eine Beispiel Ad für unsere Tochter Firma ZODA Picture:

Daneben unterstützt OpenAI bereits Produkt-Feed-Kampagnen für Händler.
Unternehmen mit größeren Produktkatalogen können entsprechende Feeds beispielsweise per Datei, URL oder automatisierter Verbindung bereitstellen. Daraus können Produktanzeigen mit Informationen wie:
- Produktbild,
- Titel,
- Bewertung,
- Preis,
- Angebotspreis,
- Marke
erstellt werden.
Das macht ChatGPT Ads insbesondere für E-Commerce spannend.
Stellt sich ein Nutzer beispielsweise die Frage:
Welche Kaffeemaschine unter 500 Euro eignet sich für Cappuccino?
kann der Kontext deutlich konkreter sein als bei einer allgemeinen Display-Werbung.
Wie funktioniert das Targeting bei ChatGPT Ads?
ChatGPT Ads sollten nicht als Google Ads mit einem anderen Interface verstanden werden.
Das System berücksichtigt vielmehr Gesprächskontext und Nutzerintention.
Ein interessanter Unterschied wird an folgendem Beispiel deutlich.
Google-Suche:
beste Laufschuhe Anfänger
Hier stehen wenige Wörter zur Verfügung.
ChatGPT-Unterhaltung:
Ich möchte mit dem Joggen anfangen. Ich bin bisher eigentlich nie gelaufen, habe manchmal Probleme mit den Knien und möchte zunächst dreimal pro Woche ungefähr fünf Kilometer laufen.
Hier steckt wesentlich mehr Information über die konkrete Situation.
OpenAI versucht, solche Zusammenhänge zur Relevanzbewertung einer Anzeige heranzuziehen.
Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass Werbetreibende Zugriff auf die Gespräche bekommen.
OpenAI gibt an, keine privaten Chatverläufe mit Werbetreibenden zu teilen. Unternehmen erhalten stattdessen aggregierte Performance-Daten wie Impressionen und Klicks.
Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum ist personalisierte Werbung aktuell zudem zunächst nicht verfügbar. Anzeigen können dennoch anhand des Kontextes der aktuellen Unterhaltung ausgewählt werden.
Personalisierte Zielgruppen sind in Deutschland noch nicht verfügbar
Aktuell werden benutzerdefinierte Zielgruppen für Kampagnen mit Zielregionen im EWR oder in der Schweiz noch nicht unterstützt. Der Grund dafür ist, dass dort derzeit keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.
Das bedeutet: Wer eine Kampagne für Deutschland erstellt, kann aktuell nicht die gleichen Möglichkeiten zur personalisierten Zielgruppenausrichtung nutzen, die man beispielsweise von Meta Ads kennt.
Im ChatGPT Ads Manager wird bei entsprechenden Kampagnen deshalb auch folgender Hinweis angezeigt:

Das bedeutet allerdings nicht, dass Anzeigen in Deutschland vollkommen ohne Steuerung ausgespielt werden.
Eine besonders interessante Funktion sind die sogenannten Kontexthinweise. Hier kann beschrieben werden, in welchen Gesprächssituationen und bei welchen Themen die eigene Anzeige relevant sein könnte.
Gerade das unterscheidet ChatGPT Ads von vielen klassischen Social-Media-Werbeplattformen: Statt ausschließlich zu fragen „Wer ist diese Person?“, kann für Werbetreibende die Frage „Worüber spricht diese Person gerade und passt mein Angebot dazu?“ entscheidend werden.
Was bedeutet das für Werbetreibende in Deutschland?
Für deutsche Kampagnen sollte deshalb aktuell weniger in klassischen Zielgruppen wie „Immobilienmakler zwischen 30 und 55 Jahren mit Interesse an Immobilien“ gedacht werden.
Stattdessen kann es sinnvoller sein, konkrete Situationen, Probleme und Suchintentionen der potenziellen Kunden zu definieren und diese bei den Kontexthinweisen abzubilden.
ChatGPT Ads vs. Google Ads: Was ist der Unterschied?
ChatGPT Ads werden Google Ads nicht einfach ersetzen.
Beide Plattformen greifen teilweise an unterschiedlichen Stellen der Customer Journey.
ChatGPT Ads | Google Search Ads | |
|---|---|---|
Grundlage | Gesprächskontext und Intention | Suchanfrage |
Steuerung | Context Hints + Targeting + Anzeigeninhalte | Keywords + Targeting + Anzeigen |
Interaktion | längeres Gespräch möglich | einzelne Suchanfragen |
Informationsmenge | häufig umfangreicher Kontext | meist wenige Suchbegriffe |
Abrechnung | u.a. CPM, CPC, oCPC | u.a. CPC, CPM und Conversion-basierte Modelle |
Reifegrad | sehr junge Plattform | seit Jahrzehnten etabliert |
Benchmarks | noch begrenzt | umfangreich vorhanden |
Google besitzt einen entscheidenden Vorteil:
Menschen suchen dort sehr häufig unmittelbar nach einem Produkt oder Anbieter.
ChatGPT hat hingegen das Potenzial, früher in einer Entscheidung präsent zu sein.
Ein Nutzer fragt vielleicht zunächst:
Brauche ich überhaupt eine Wärmepumpe?
Anschließend:
Welche Wärmepumpe ist für ein Haus von 1985 geeignet?
Danach:
Was kostet das ungefähr?
Und irgendwann:
Welche Anbieter gibt es in meiner Region?
Diese lange Entscheidungsreise innerhalb eines einzigen Gesprächs ist aus Werbesicht außergewöhnlich interessant.
Für welche Unternehmen eignen sich ChatGPT Ads?
Besonders spannend könnten ChatGPT Ads überall dort sein, wo Menschen vor einem Kauf recherchieren, vergleichen oder Beratung benötigen.
Dazu gehören beispielsweise:
E-Commerce, Software, Reisen, Bildung, lokale Dienstleistungen, Haus und Wohnen, Technologie oder erklärungsbedürftige Produkte.
OpenAI begrenzt die zulässigen Werbekategorien aktuell allerdings noch deutlich stärker als viele etablierte Plattformen.
Während der aktuellen Einführungsphase konzentriert sich OpenAI insbesondere auf Consumer-Bereiche wie Lifestyle, Haushaltsprodukte, lokale Dienstleistungen, Reisen, Erlebnisse, digitale Produkte und Bildung. Bestimmte Bereiche wie Finanzdienstleistungen, Healthcare oder Rechtsdienstleistungen können teilweise nur nach zusätzlicher Prüfung zugelassen werden.
Nicht jedes Unternehmen kann deshalb automatisch ChatGPT Ads schalten.
Welche Werbung ist in ChatGPT verboten?
OpenAI hat relativ umfangreiche Werberichtlinien veröffentlicht.
Besonders sensible und regulierte Bereiche werden stark eingeschränkt oder ausgeschlossen.
Darunter fallen beispielsweise Inhalte rund um:
- Waffen,
- Glücksspiel,
- Tabak,
- politische Werbung,
- Drogen,
- bestimmte Gesundheitsversprechen,
- sexuelle Inhalte,
- betrügerische Angebote.
Darüber hinaus sollen Werbeanzeigen auch nicht neben besonders sensiblen Gesprächen ausgespielt werden, beispielsweise bei Themen rund um psychische Gesundheit, Selbstverletzung oder persönliche Krisensituationen.
OpenAI verfolgt damit einen relativ klaren Brand-Safety-Ansatz:
Nur weil eine Anzeige theoretisch thematisch zu einem Gespräch passen könnte, bedeutet das nicht automatisch, dass dort Werbung ausgespielt werden darf.
Wie misst man den Erfolg einer ChatGPT Ads Kampagne?
Viele Unternehmen werden anfangs vermutlich stark auf CPC und CTR schauen.
Das reicht allerdings nicht.
Eine gute ChatGPT Ads Kampagne sollte entlang der gesamten Customer Journey bewertet werden.
Interessant sind beispielsweise:
Impressionen → Klicks → Leads → Verkäufe → Umsatz
Für einen Onlineshop könnte am Ende beispielsweise der ROAS entscheidend sein.
Bei einem B2B-Unternehmen vielleicht eher:
Cost per Lead → qualifizierte Leads → Opportunities → Aufträge
OpenAI selbst hat die Messmöglichkeiten inzwischen deutlich erweitert. Neben klassischen Reporting-Kennzahlen stehen Pixel, Conversions API und Conversion-Optimierung zur Verfügung.
Damit entwickelt sich ChatGPT Ads zunehmend von einem reinen Awareness-Kanal zu einer klassischen Performance-Marketing-Plattform.
ChatGPT Ads oder GEO: Was ist der Unterschied?
Dieser Unterschied wird derzeit häufig durcheinandergebracht.
Denn es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Wege, wie ein Unternehmen in ChatGPT sichtbar werden kann.
ChatGPT Ads
ChatGPT Ads sind bezahlte Werbung.
Ein Unternehmen erstellt eine Kampagne, legt Budget fest und bezahlt beispielsweise für Klicks oder Impressionen.
Die Werbung wird klar getrennt von der eigentlichen ChatGPT-Antwort dargestellt.
Organische Sichtbarkeit in ChatGPT
Daneben kann ein Unternehmen auch innerhalb der normalen Antworten von KI-Systemen erwähnt werden.
Beispielsweise könnte jemand fragen:
Welche Videoagenturen in Köln erstellen Imagefilme?
und ChatGPT nennt verschiedene Unternehmen oder verwendet deren Inhalte als Informationsquelle.
Das ist keine bezahlte Platzierung.
Maßnahmen rund um GEO, LLM SEO beziehungsweise AI Search Optimization versuchen deshalb, Inhalte, Marken und Websites so aufzubauen, dass sie von KI-Systemen besser verstanden, gefunden und als relevante Quelle herangezogen werden können.
Der Unterschied lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:
ChatGPT Ads = Paid
GEO / LLM SEO = Organic
Ähnlich wie Unternehmen bei Google gleichzeitig SEO und Google Ads betreiben, könnte langfristig auch eine Kombination aus organischer AI Visibility und ChatGPT Ads sinnvoll sein.
Lohnt es sich, jetzt mit ChatGPT Ads zu starten?
ChatGPT Ads befinden sich noch in einer sehr frühen Phase.
Das bringt Nachteile mit sich.
Benchmarks fehlen.
Der Ads Manager verändert sich schnell.
Neue Funktionen werden regelmäßig ergänzt.
Und Unternehmen müssen zunächst lernen, welche Kampagnenstrukturen und Botschaften funktionieren.
Genau darin liegt aber gleichzeitig eine Chance.
OpenAI hat innerhalb weniger Monate Funktionen eingeführt, die man von etablierten Werbeplattformen kennt:
- CPC-Gebote,
- Conversion Tracking,
- Pixel,
- Conversions API,
- oCPC,
- Produktfeeds,
- Custom Audiences,
- Geo-Targeting,
- Plattform-Targeting.
ChatGPT Ads entwickeln sich damit sehr schnell von einem Experiment zu einer vollwertigen Advertising-Plattform.
Ob sich ein Einstieg bereits heute lohnt, hängt deshalb vor allem von einer Frage ab:
Nutzen potenzielle Kunden ChatGPT, um Entscheidungen rund um dein Angebot zu treffen?
Wenn die Antwort darauf Ja lautet, kann es sinnvoll sein, früh erste Daten zu sammeln.
Nicht mit dem Ziel, sofort Google oder Meta vollständig zu ersetzen.
Sondern um herauszufinden:
Welche Rolle kann ChatGPT innerhalb unseres Marketing-Mixes spielen?
Häufige Fragen zu ChatGPT Ads
Kann man in ChatGPT Werbung schalten?
Ja. OpenAI bietet mit ChatGPT Ads inzwischen eine eigene Werbeplattform an. Anzeigen können unterhalb von ChatGPT-Antworten erscheinen und sind klar als Werbung gekennzeichnet. Seit August 2026 sind ChatGPT Ads auch in Deutschland verfügbar.
Gibt es ChatGPT Ads in Deutschland?
Ja. Die Ausspielung von ChatGPT Ads wurde am 24. August 2026 auf Deutschland und zahlreiche weitere europäische Länder erweitert. Seit dem 31. August 2026 wird außerdem der Self-Service-Zugang zum Ads Manager in Europa angeboten.
Was kosten ChatGPT Ads?
Es gibt keinen pauschalen Klickpreis. OpenAI unterstützt aktuell unter anderem CPM-, CPC- und oCPC-Kampagnen. Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI derzeit zum Einstieg ein maximales Gebot von etwa 3 bis 5 US-Dollar pro Klick.
Gibt es bei ChatGPT Ads Keywords?
Nicht im klassischen Google-Ads-Sinn. Werbetreibende können sogenannte Context Hints beziehungsweise Kontexthinweise hinterlegen. Diese können zwar Keywords enthalten, dienen aber dazu, Produkte, Bedürfnisse und relevante Gesprächssituationen zu beschreiben. Sie funktionieren nicht als Exact-Match-Keywords.
Wie funktioniert das Targeting bei ChatGPT Ads?
Bei der Anzeigenauswahl berücksichtigt OpenAI unter anderem den Kontext und die Intention eines Gesprächs, Informationen aus der Anzeige und Landingpage, Context Hints sowie weitere zulässige Targeting-Signale.
Können Werbetreibende meine ChatGPT-Unterhaltungen lesen?
Nein. Laut OpenAI erhalten Werbetreibende keinen Zugriff auf private Chats, Erinnerungen oder personenbezogene Daten. Sie bekommen aggregierte Leistungsinformationen zu ihren Anzeigen.
Beeinflusst Werbung die Antworten von ChatGPT?
Nein. OpenAI gibt ausdrücklich an, dass ChatGPT-Antworten unabhängig von Anzeigen generiert werden. Bezahlte Anzeigen werden getrennt von den Antworten dargestellt und als Werbung gekennzeichnet.
Fazit: ChatGPT Ads eröffnen einen neuen Moment in der Customer Journey
Google Ads funktionieren hervorragend, wenn Menschen aktiv suchen.
Meta Ads funktionieren hervorragend, wenn Unternehmen Aufmerksamkeit erzeugen möchten.
ChatGPT Ads könnten sich genau zwischen diesen Welten positionieren.
Menschen kommen zu ChatGPT mit einem Problem, erklären ihre Situation, vergleichen Möglichkeiten und entwickeln innerhalb des Gesprächs ihre Entscheidung weiter.
Für Unternehmen entsteht dadurch ein neuer Werbemoment:
Nicht nur dann sichtbar zu werden, wenn jemand bereits weiß, was er kaufen möchte, sondern während die Entscheidung überhaupt erst entsteht.
Ob ChatGPT Ads langfristig genauso relevant werden wie Google oder Meta Ads, lässt sich heute noch nicht seriös sagen.
Aber der Start des Ads Managers in Europa macht eines deutlich:
ChatGPT entwickelt sich gerade zu einem ernstzunehmenden neuen Performance-Marketing-Kanal.
Und gerade deshalb kann es sich lohnen, früh zu testen, Daten zu sammeln und zu verstehen, welche Gesprächssituationen tatsächlich zu Kunden führen.
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Seine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen sowie aus eigenen Projekten teilt Pascal Strzoda in Fachartikeln rund um Marketing, SEO, Content und digitale Sichtbarkeit.
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