Third Party Cookies

Samuel Kressner von Samuel Kressner · zuletzt aktualisiert am 

Third Party oder Drittanbietercookies sind eine besondere Form von Cookies.

Cookies sind kleine Textdateien, welche beim Besuch einer Website lokal auf dem Computer des Nutzers abgespeichert werden. Kehren Nutzer bei einem erneuten Besuch auf die Website zurück, wird diese Cookie-Datei erkannt und ausgelesen. Damit ist es möglich Informationen über Nutzer der Website zu sammeln und zwischen zu speichern. (Mehr zur Funktionsweise von Cookies erfährst du hier).

Third Party Cookies unterscheiden sich von den sog. First Party Cookies dadurch, dass sie nicht vom Betreiber der Website gesetzt werden, sondern von einem Drittanbieter, meist Werbetreibenden, die auf der jeweiligen Website Werbung (z.B. Display-Banner) schalten. Mittels dieser Cookies können die Werbetreibenden Informationen über Nutzer sammeln.

Besucht ein Nutzer die Website A, auf der ein Third-Party Cookie gesetzt wird und besucht später eine völlige andere Website B, die auf den Third-Party Cookie desselben Anbieters zurückgreift, so kann dieser Anbieter damit den Nutzer wiedererkennen und somit über mehrere Websites / Domains und längere Zeiträume hinweg das Surfverhalten eines Nutzers beobachten.

Drittanbieter erhalten somit Informationen u.a. darüber, welche Websites ein Nutzer wie oft besucht, wie lange sie hier verweilen.

Aus dieser Gesamtsumme an Informationen lässt sich ein ziemlich klares Bild über die Interessen und Vorlieben von Nutzern erstellen. Diese Nutzerprofile werden von Werbetreibenden eingesetzt um den jeweiligen Nutzern passende Werbung auszuspielen.

Third Party Cookies & der Datenschutz

Aus Sicht des Datenschutzes ist der Einsatz von Third Party Cookies kritisch. Durch die Masse an Informationen, die domainübergreifend über Nutzer gesammelt wird geht die Anonymität von Nutzern verloren.

Gemäß der eprivacy Verordnung müssen Nutzer dem Tracken ihrer Daten und ihres Surfverhaltens explizit zustimmen. Will man also Third Party Cookies auf der eigenen Website einsetzen (etwa weil man Werbeplatz auf seiner Website vermietet), darf dies erst nach Opt-In des Nutzers geschehen. Das erfolgt meist über Cookie-Consent-Banner.

Das Ende des Third Party Cookies

Die Sorgen um das Ende des Third Party und weiterer Cookies sind in der Marketingwelt groß, aber meistens wird hier nicht sauber differenziert, was das Ende welcher Art von Cookies für wen bedeutet.

Für Websitebetreiber

Wenn vom "Ende des Cookies" die Rede ist - etwa weil Apples Safari bereits seit 2017 und Google Chrome ab Mitte 2024 Drittanbieter-Cookies blockiert - so ist das für die meisten Websitebetreiber erst einmal unerheblich. Webanalytics, Event- und Conversion-Tracking wird auf der eigenen Website weiterhin möglich sein, denn hierfür kommen First Party Cookies zum Einsatz:

  • Der Facebook Pixel basierte ursprünglich auf einem Third Party Cookie. Mit dem Rollout von Apples Intelligent Tracking Prevention (ITP) gelangte Facebook aber unter Zugzwang und musste sein Tracking-System überarbeiten. Das Ergebnis ist der neue Facebook Pixel, der letztlich Third Party Funktionen ausführt, technisch aber wie ein First Party Cookie aussieht.
  • Auch Google Analytics, Google Ads & Co. nutzen für das Tracking zwar Cookies, aber auch hierbei handelt es sich hierbei um First Party Cookies.

Für Werbeplattformen

Third Party Cookies sind vor allem für Werbeplattformen wie Google, Facebook, Criteo und Co. relevant. Tracking Prevention Maßnahmen wie Apples ITP oder Chromes Entscheidung den Third Party Cookie ab Mitte 2024 zu blockieren, fallen für diese Plattformen deutlich stärker ins Gewicht. Schließlich verdienen sie ihr Geld mit dem Versprechen, dass sie potentielle Kunden genauestens identifizieren und ihnen im richtigen Moment die richtige Werbung zeigen können, die dann zum Kauf bewegt.

Das Ende des Third Party Pixels untergräbt diesen Plattformen einen Teil der Datenbasis, auf denen solche Versprechungen fußen. Ein Bild sagt hier wahrscheinlich mehr als tausend Worte: hier sehen wir den Aktienkurs der französischstämmigen Retargeting-Lösung Criteo, die ab Ende 2017 stark unter Einführung von Apples ITP gelitten hat.


Der Browser Chrome, der bekanntlich aus dem Hause Google stammt, will nun ab Mitte 2024 den Support für Third Party Cookies einschränken. Wie passt das zusammen? Stellt sich Google hier nicht selbst ein Bein?

Laut Aussagen Googles will man statt auf Third Party Cookies künftig auf eine Innovation namens "Federated Learning of Cohorts", kurz FLoC setzen. Damit sei eine vergleichbare Performance wie zuvor mit Third Party Cookies erreichbar. Es wird sich zeigen, wie verlässlich diese Technik in der Praxis ist.

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